hamburg:pur Januar 2026

Foto: Mats Hoff MUSIK BETTI KRUSE Erst mal Leichtigkeit Die Hamburger Musikerin veröffentlichte kürzlich ihr erstes Album „Wird schon gutgehn“, mischte und mischt damit die deutschprachige Pop- Szene auf. Jahrzehntealte Beat-Musik mixt sie mit Beobachtungen aus ihrem Alltag – immer mit Haltung, immer mit Hoffnung. Ein Gespräch über ihr Debütwerk Musik wie locker-leichte Schaukelei: Betti Kruse Betti Kruse, erinnerst du dich an die erste deutschsprachige Musik, von der du begeis- tert warst? Betti Kruse: Eine meiner frühesten deutsch- sprachigen Musik-Fan-Erinnerungen ist tat- sächlich die CD „Stimmen imWind“ von Juliane Werding. Die Zeile „sei nicht traurig, Susann“, die ich dann immer im Mini-Playback-Show- Style meinen Eltern dargeboten habe, hat mich schon damals total berührt. Ich glaube, diese ultra direkt Anrede – zwar an Susann, aber irgendwie habe ich mich mit angesprochen gefühlt – hat mich echt gecatcht. Fiel und fällt es dir seitdem leichter, deutsch- sprachige Songs aus vergangenen Dekaden zu mögen als aus dem Hier und Jetzt? Ja, ich glaube schon. Die Songs von Udo Jür- gens, Werding, Knef, aber auch Liedermachern wie Wader, Mey und anderen haben mich ge- prägt und schon früh meine Liebe zum Ge- schichtenerzählen entfacht. Ichmag es einfach, wenn in drei bis vier Minuten eine vermeintlich kleine Geschichte erzählt wird undman bei je- dem weiteren Hören noch zig weitere Welten entdeckt. DieMusik dazu ist natürlich ein tipp- topp Katalysator für diesen Zustand. Damals habenmich aber auch aktuelle Bands beflügelt: Mia., Fettes Brot, Wir sind Helden, Element of Crime – um nur einige zu nennen. Denkst du, Songs auf Deutsch sind beson- ders schwer zu schreiben, weil die Gefahr, in Kitsch abzudriften, besonders groß ist? Das ist eine spannende Frage, ich bekomme die oft gestellt. Und klar, deutsche Lieder ver- stehen meine Hörer:innen wahrscheinlich un- mittelbarer als englische. Sprachen, die nicht die Muttersprache der Hörenden sind, sind wahrscheinlich verzeihender. Und trotzdem muss ich sagen, ich habe irgendwie nicht so viel mit Kitsch-Fallen zu kämpfen. Das ist na- türlich auch total subjektiv. Und ein bisschen Kitsch ist manchmal ja auch voll gut. Immerhin stehe ich auf „Rote Rosen“ (Song auf „Wird schon gutgehn“, Anm. d. Red.) . Dir gelingen schwungvolle Songs ganz ohne Kitsch: Du vermengst stets hoffnungsvolle Alltagsbeobachtungen im Text mit, kurz gesagt, der Beatmusik der 1960er-Jahre. Passend dazu lautet der Titel deines kürzlich erschienenen neuen Albums: „Wird schon gutgehn“. Gelingt dir die beschriebene Lockerheit trotz teils widriger Umstände wie auf Knopfdruck? Oder brauchst du schon be- stimmte Stimmungen zum Songwriting? Danke für die Blumen. Das bedeutet mir wirk- lich viel, wenn Menschen meine Musik so wahr- nehmen. Ich brauche tatsächlich zumSchrei- ben eine recht stressfreie, cozy und struktu- rierte Stimmung um mich herum. Die ist im Trubel leider viel zu selten erreichbar – ich hoffe auf Weihnachten! Die Leichtigkeit entsteht nicht nur durch meine Zutaten in den Songs, sondern auch durch Taco van Hettingas ge- niale Musikalität und seine Melodien, seine Beats. Ich bin sehr froh, ihn als musikalischen Partner zu haben. Tatsächlich lasse ich einen Song manchmal liegen und schmeiße nach ein paar Wochen noch ein bisschen Glitzer drauf. Mit Abstand schaue ich, ob er die Leichtigkeit, die ich erzeugen will, schon hat. Wenn nicht, dann wird hier und da schon noch mal ein Wort oder eine Zeile ausgetauscht. Die Release-Show spielst du im Hamburger Knust. Die Klangästhetik deiner Musik spricht für deutlich größere Bühnen. Welche in Hamburg wäre dein Favorit? Folgende Veranstaltungsorte sind herzlich und dringlich dazu aufgerufen, mich und mein Swing Orchester für eine Show zu buchen: Elphi! Deutsches Schauspielhaus! Thalia Thea- ter! Ohnsorg-Theater! Schmidts Tivoli – auf euch baue ich sehr, ihr habt doch bestimmt ’ne glänzende und geschwungene Showtreppe imKeller, oder? Alle anderen dürfen sich auch sehr gerne bei mir melden! Interview: Erik Brandt-Höge „Wird schon gutgehn“ von Betti Kruse ist am 7.11. erschienen (Backseat) Release-Konzert: 20.1., Knust, 21 Uhr 12 Foto: Jann Wilken MUSIK 20 Jahre klub katarakt Zum zwanzigsten Mal findet in Ham­ burg ein fünftägiges Festival für experimentelle, raumbezogene Musik jenseits streng akademischer Kontexte statt. Es richtet sich ausdrücklich auch an Besuchende ohne Spezialwissen und wird seit Jahren von einem viel­ fältigen Publikum aller Altersgruppen angenommen klub katarakt wird zwanzig und feiert das Jubiläum mit einem fünftägigen Festival für experimentelleMu- sik jenseits streng akademischer Kontexte. Mit dem Ziel, auch Menschen ohne spezifisches Fachwissen anzusprechen, hat sich in Hamburg ein stetig wach- sendes, heterogenes Publikum aller Altersgruppen entwickelt. Zum Jubiläum präsentiert klub katarakt erneut ein ausgefallenes bis avantgardistisches Pro- gramm. Besondere Gästin und Composer in Residence ist die kanadische Komponistin Sarah Davachi, die sich mit minimalistischen Konzepten, alternativen Stimmungen und langen Dauern beschäftigt. Neben einem Solokonzert und einer Lecture zeigt sie ihren Zyklus „Long Gradus“ für Streichquartett mit demQua- tuor Bozzini ausMontreal. Ergänzt wird das Programm durch Alexander Schuberts neue Produktionmit De- coder Eternal Dawn, das audiovisuelle Trio General Magic Tina Frank, den ugandischen Elektronikmusiker Afrorack, das Trio Groupshow sowie eine Aufführung von Morton Feldmans „For John Cage“. Eine „Lange Nacht“ mit zahlreichen Erst- und Uraufführungen der Hamburger Szene und ein groß angelegtes Eröffnungs- Wandelkonzert binden viele lokaleMusikerinnen und Musiker ein. (pb) Vom 13.–17.1., Kampnagel klubkatarakt.net 08.12.25 – Uebel & Gefährlich BILLA JOE 09.12.25 – CCH, Saal 1 REA GARVEY’S CHRISTMAS CALLING 10.12.25 – Grosse Freiheit 36 AMINÉ 10.12.25 – Mojo Club ARC DE SOLEIL 10.12.25 – Molotow GURRIERS 13.12.25 – Turmzimmer GHOSTBOO 20.12.25 – Sporthalle TORFROCK 02.01.26 – Laeiszhalle MOVING SHADOWS 09.01.26 – Elbphilharmonie GIORA FEIDMAN 10.01.26 – KENT Club THE 502S 16.01.26 – Sporthalle AZET 16.01.26 – Bahnhof Pauli VAENTIS 17.01.26 – Georg Elser Halle T-LOW 18.01.26 – KENT Club MIKE MASSÉ 19.01.26 – Markthalle ENSIFERUM 23.01.26 – Turmzimmer YUNG PEPP 25.01.26 – Sporthalle SLAUGHTER TO PREVAIL 26.01.26 – Uebel & Gefährlich EARL SWEATSHIRT 29.01.26 – Inselpark Arena ASHNIKKO 01.02.26 – BETTY (headCRASH) RICHARD HOUGHTEN 01.02.26 – KENT Club MARLEEN LOHSE 06.02.26 – BETTY (headCRASH) THE CALLOUS DAOBOYS 08.02.26 – Nochtwache JULE X TIGERYOUTH 10.02.26 – Docks CRISTOPHER 12.02.26 – Bahnhof Pauli TRIPKID 13.02.26 – KENT Club ROCHELLE JORDAN 14.02.26 – Uebel & Gefährlich BERNHOFT KIM DRACULA 18.02.26 – Uebel & Gefährlich SLEEP THEORY 20.02.26 – Turmzimmer ANNA OF THE NORTH SHOUSE BUZZCOCKS 21.02.26 – Turmzimmer TROUSDALE 22.02.26 – Grosse Freiheit 36 MICHAEL SCHENKER 22.02.26 – Nochtwache SO SORRY 22.02.26 – Docks THE BEACHES GLEN MATLOCK & BAND 27.02.26 – Nochtwache BEARS IN TREES 05.03.26 – Inselpark Arena PORTUGAL. THE MAN 06.03.26 – Grosse Freih eit 36 GLUECIFER 07.03.26 – Docks EDEN 07.03.26 – Georg Elser Halle SIGRID 08.03.26 – Grosse Freiheit 36 J.I.D 08.03.26 – Mojo Club AUSTRA 09.03.26 – KENT Club DUG 09.03.26 – Hebebühne LOUA ROMANO MARIUS NITZBON 11.03.26 – BETTY (headCRASH) MONSTER FLORENCE 12.03.26 – Barclays Arena MAX RAABE & PALAST ORCHESTER 13.03.26 – BETTY (headCRASH) YUMI ZOUMA 14.03.26 – Fabrik IRISH HEARTBEAT 14.03.26 – Laeiszhalle, kl. Saal OLD MERRY TALE JAZZBAND 17.03.26 – Laeiszhalle YOUN SUN NAH 18.03.26 – Fabrik THE DIVINE COMEDY 18.03.26 – Grosse Freiheit 36 JADE 18.03.26 – BETTY (headCRASH) JOSHUA IDEHEN 18.03.26 – Markthalle KATAKLYSM 20.03.26 – Grosse Freiheit 36 THUNDERCAT 20.03.26 – Mojo Club UNKNOWN MORTAL ORCHESTRA 9 01.26 – Elbphilharmonie GIORA FEIDMAN 10.01.26 – KENT Club THE 502S 16.01.26 – Sporthalle AZET 16.01.26 – Bahnhof Pauli VAENTIS 18.01.26 – KENT Club MIKE MASSÉ 19.01.26 – Markthalle ENSIFERUM 23.01.26 – Turmzimmer YUNG PEPP 25.01.26 – Sporthalle SLAUGHTER TO PREVAIL 26.01.26 – Uebel & Gefährlich EARL SWEATSHIRT 29.01.26 – Inselpark Arena ASHNIKKO 01.02.26–BETTY RICHARD HOUGHTEN 01.02.26 – KENT Club MARLEEN LOHSE 03.02.26–JazzCafé(MojoClub) SOLEMN BRIGHAM 0 . 2.26 – Nochtsp icher GODWIN 06.02.26–BETTY (headCRASH) THE CALLOUS DAOBOYS 08.02.26 – Nochtwache JUL X TIGERYOUTH 10.02.26 – Docks CRISTOPHER 12.02.26 – Bahnhof Pauli TRIPKID 13. 2.26 – KENT Club ROCH LLE J RDAN 14 . 6 – Uebel & Gefährlich BERNH FT 14.02.26 – Elbphilharmonie NILS 70 – A BIRTHDAY CEL BRATION 16.02.26–BETTY MOUTH CULTURE 18.02.26 – Turmzimmer PEDRO SANTOS 20.02.26 – Turmzimmer ANNA OF THE NORTH 20.02.26 – Gruenspan SHOUSE 20.02.26 – Barclays Arena SEAN PAUL 21.02.26 – Gruenspan BUZZCOCKS 21.02.26 – Turmzimmer TROUSDALE 22.02.26 – Grosse Freiheit 36 MICHAEL SCHENKER 2.02.26 – Nochtwache SO SORRY 4. .26 – Knust GLEN MATLOCK & BAND 27.02.26 – Nochtwache BEARS IN TREES 05.03.26 – Inselpark Arena PORTUGAL. THE AN 06.03.26 – Grosse Freiheit 36 GLUECIFER 07.03.26 – Docks EDEN 07.03.26 – Georg Elser Halle SIGRID 08.03.26 – Grosse Freiheit 36 J.I.D 08.03.26 – Mojo Club AUSTRA 9.03.26 – Hebebühne LOUA 9. .26 – KENT Club DUG 10 .26 – Knust ROMANO 11.03.26 – MUK MORITZ NEUMEIER 11.03.26 – Nochtspeicher MARIUS NITZBON 11.03.26–BETTY ONSTER FLORENCE 12.03.26 – Barclays Arena AX RAABE & PALAST ORCHESTER 12.03.26 – Deutsches Haus MORITZ NEUMEIER 13.03.26–BETTY YUMI ZOUMA 14.03.26 – Fabrik IRISH HEARTBEAT 14.03.26–Laeiszhalle,kl.Saal L ERRY TALE JAZZBAND 17.03.26 – Laeiszhalle YOUN SUN NAH 18.03.26 – Fabrik THE DIVINE COMEDY 18.03.26 – Grosse Freiheit 36 JADE 18.03.26–BETTY JOSHUA IDEHEN 18.03.26 – Markthalle KATAKLYSM 20.03.26 – Grosse Freiheit 36 THUNDERCAT 20.03.26 – Mojo Club UNKNOWN MORTAL ORCHESTRA 20.03.26 – Nochtspeicher KIND KAPUTT TICKETS: →  (0 40) 4 13 22 60 → KJ.DE 13

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